Susanne Böhm

Zwischen Kita und Kamera

 

Susanne Böhm moderiert im Wechsel mit ihrer Kollegin Linda Mürtz das Regionalmagazin für Hamburg und Schleswig-Holstein.

Die in Sachsen-Anhalt geborene Journalistin startete ihre Karriere bei RTL Nord mit einem Volontariat in der Redaktion Hamburg. Zuvor studierte sie an der Universität Hamburg Journalistik und Politik. Ihren Master absolvierte die 38-Jährige an der Hamburg Media School. Seit 2006 gehört sie zum festen Moderatorinnenteam.

 

Sie sind Mutter einer dreijährigen Tochter und eines kleinen Sohnes und haben zwischendurch kleine Babypausen eingelegt. Worauf haben Sie sich, vor der Rückkehr ins Arbeitsleben am meisten gefreut?

Meine Kollegen waren immer schon eine wichtige Konstante in meinem Arbeitsleben – und somit sind sie es auch, auf die ich mich ganz besonders gefreut habe. Aber natürlich habe ich auch so wieder einen Tag lang Zeit, mich auf die journalistische Arbeit und das Moderieren zu konzentrieren – vorbei sind dann die gemütlichen Spielplatznachmittage. Ich unterschätze aber auch nicht die Herausforderung, Familie und Job unter einen Hut zu bringen und dabei auch noch Zeit für mich selbst zu finden.

 

Wie finden Sie in Ihrer Freizeit Momente für sich?

Ich laufe leidenschaftlich gern. Die Alster liegt quasi vor meiner Haustür, da kann ich gar nicht anders, als regelmäßig die Laufschuhe anzuziehen. Und für den Hamburg Marathon hat es auch schon gereicht! Aber auch Ausflüge an Nord- und Ostsee machen wir mit unserer Familie regelmäßig - egal, bei welchem Wetter. Da darf man ja hier im Norden nicht wählerisch sein.

 

Seit drei Jahren sind Sie nun Mutter, wie hat diese neue Aufgabe Ihr Leben verändert?

Ich setze andere Prioritäten. Und man selbst stellt sich nicht mehr so sehr in den Mittelpunkt. Außerdem habe ich mit diesen Knirpsen jeden Tag etwas zu lachen, Mutter sein ist fantastisch. Klar habe auch ich Durchhänger, aber ich hätte nie gedacht, dass ich so begeistert sein würde. Ich bin froh, dass ich meine Elternzeit so ausgiebig genossen habe, jetzt muss die Große aber auch schon „eigene“ Wege gehen. Zum Glück fällt mir das nicht allzu schwer und sie macht sich in der Kita recht gut. Um aber weiterhin viel Zeit mit ihr und ihrem kleinen Bruder zu verbringen, arbeite ich in Teilzeit. Toll, dass das möglich ist. 

 

Neben der Moderation von RTL Nord werden Sie auch weiterhin prominente Gesichter des Nordens interviewen. Was reizt Sie an diesem Format?

Jeder Mensch ist anders, ob nun prominent oder nicht. Brösel nahm mich in seiner heißen Kiste mit, Otto Waalkes kletterte mit mir auf den Süllberg, Roger Cicero ließ sich zu einem Handstand hinreißen – immer lauert die Überraschung. Und auch wenn mein Interviewgast mal nicht so gut drauf ist, mit dem linken Fuß aufgestanden ist oder ganz, ganz schnell zum nächsten Termin muss, ist es an mir, doch ein spannendes, menschelndes Gespräch hinzubekommen. Das weiß man nie vorher. Und das macht den Job so spannend. (Anmerkung der Redaktion: Die Interviews finden Sie in unserer Rubrik „Susanne trifft“!)

 

Gibt es einen Moment, eine Begebenheit in Ihrem bisherigen Berufsleben, an den Sie sich besonders gern erinnern?

In meinem allerersten Prominentengespräch traf ich Schleswig-Holsteins ehemaligen Ministerpräsidenten Björn Engholm in Lübeck. Dort erzählte er mir von seinem 50. Geburtstag, den er am 9. November 1989 im Ratskeller feierte. Plötzlich knatterte es auf dem Rathausmarkt: Unzählige Trabbis kamen über die Grenze in den Westen. Die Tage der DDR waren gezählt, die Mauer war gefallen. Für mich als Ostkind eine sehr emotionale und bewegende Geschichte.

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