Jörg Nobis von der AfD


Er will seine Partei zum zweistelligen Ergebnis führen


Um Inhalte ging es in der schleswig-holsteinischen AfD lange nicht – vielmehr um interne Streitigkeiten. Deshalb muss er nun Gas geben, im Wahlkampf zur Landtagswahl im Mai: Spitzenkandidat Jörg Nobis, 41 Jahre alt und seit 2013 in der Partei. Kaum bekannt im Land, geht die AfD im Norden mit ihm als Frontmann dennoch von einem Erfolg aus und ruft als Ziel ein zweistelliges Ergebnis aus. Letzte Umfragen sagen anderes: Sieben Prozent wurden der Partei vorausgesagt. Das aber würde reichen, um erstmals in den Kieler Landtag einzuziehen.

Geboren wurde Jörg Nobis in Recklinghausen, ist über seine Berufswahl in den Norden gekommen. Er studierte Schiffbetriebstechnik und Nautik in Warnemünde. Seine Ambitionen, in die Politik zu gehen, erklärte er uns kürzlich im Interview so: „Ich bin von Beruf Seemann, bin zur See gefahren und ich bin auch schon mal ausgewandert, habe vier Jahre im Ausland gelebt und habe immer gesagt, wenn ich wieder nach Deutschland komme, dann muss ich in die Politik, damit sich was ändert. Nur meckern hilft nicht.“ Seit 2007 ist er zurück, lebt in Kaltenkirchen, ist verheiratet und hat zwei Söhne. In Hamburg führt er ein Sachverständigenbüro.

 

AfD will beim Thema "Innere Sicherheit" punkten

 

Bis zum 7. Mai will die AfD um Jörg Nobis allen zeigen, dass sie nicht nur eine Alternative, sondern sogar „das Original“ ist. Denn: Die  „Altparteien“ hätten zahlreiche ihrer Forderungen übernommen, so Nobis. Welche das sind, konnte er uns allerdings – wie zuletzt bei einer Wahlkampfveranstaltung in Lübeck – nicht wirklich sagen. Vielmehr sind die Parolen im Norden dieselben wie im Bund.

Auf Parteitagen tritt der Rechtspopulist betont seriös auf - oft im blauen Anzug und mit Krawatte. Er betrachtet sich nicht als begabten Rhetoriker, sondern als Mann der Zahlen, mit denen er auch gerne im Wahlkampf jongliert. So würden seiner Meinung nach zu viele öffentliche Gelder für Flüchtlinge ausgegeben – „doppelt so viel wie für die Polizei.“ Innere Sicherheit ist denn auch das Kernthema der Nord-AfD, die eine härte Abschiebepraxis fordert. Beim Thema Kinderbetreuung ist die AfD gegen ein Krippengeld, sondern für ein beitragsfreies letztes Kindergartenjahr. Außerdem wendet sich Nobis gegen die Inklusion geistig behinderter Kinder an Regelschulen.

 

Der Spitzenkandidat Jörg Nobis im Netz:

>> Wahlprogramm der Nord-AfD
>> Jörg Nobis bei Facebook und Twitter

Portrait über AfD-Spitzenkandidat Jörg Nobis
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