Vom A-Team getragen: Bernd Althusmann setzt auf seine Mannschaft


Wo Bernd Althusmann im Wahlkampf auftritt, ist oft auch die Junge Union nicht weit:"A-Team" prangt in großer Schrift auf schwarzen Shirts mit dem Konterfei ihres CDU-Spitzenkandidaten - abgebohrt von der Kult-Actionserie der 80er. Mit diesem Rückenwind will der 50-Jährige Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) aus dem Amt kippen. Es wird spannend. Denn: Bei der Bundestagswahl am 24. September muss die CDU auch in Niedersachsen deutliche Verluste verkraften, verliert mehr als sechs Prozentpunkte im Vergleich zu 2013, kommt auf 34,9 Prozent. Allerdings sind das 7,5 Prozent mehr als die SPD landesweit einfährt. Sie erreicht 27,4 Prozent, fährt ihr schlechtestes Ergebnis aller Zeiten bei einer Bundestagswahl in Niedersachsen ein.  

Althusmann, als Pastorensohn in Oldenburg geboren, ist in Niedersachsen kein Unbekannter. 1994 beginnt hier im Landtag seine Karriere. 2010 wird Althusmann unter dem damaligen Ministerpräsidenten David McAllister Kultusminister - bis er 2013 bei der Wahlniederlage der CDU sein Landtagsmandat verliert. Danach zieht es ihn weg von Politik und Heimat. Für zwei Jahre geht der Bundeswehr-Offizier mit seiner zweiten Frau und Patchworkfamilie nach Namibia, arbeitet dort für die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung. 2016 dann kann er dem Lokruf seiner heimischen CDU nicht widerstehen, kommt zurück und wird einstimmig zum Spitzenkandidaten gewählt.

Herausforderer Bernd Althusmann im Portrait


Jetzt will Bernd Althusmann mit Auslandserfahrung im Inland punkten. Bürgernähe liegt ihm. Ob beim Osterfeuer oder auf der Tribüne des heimischen Vollyball-Bundesligisten - er mischt sich gerne unters Volk, gilt als Gentleman, als hilfsbereit. Fast vergessen ist da der Ärger um seine Doktorarbeit, 2011 werden Plagiatsvorwürfe laut. Am Ende steht fest: Althusmann hat geschlampft, aber nicht betrogen, der Titel bleibt. Dennoch ein Makel für einen, der als akribischer Aktenleser stets mit Detailkenntnissen punkten kann.

CDU will die Inklusion in die Pause schicken


Innere Sicherheit und Bildung stehen für die CDU oben auf der Agenda. So verspricht sie 3000 Polizisten mehr bis 2022. Inländischen Gefährdern droht bis zu 18 Monate Präventivhaft. Die Unterrichtsversorgung soll auf 102 Prozent gesteigert werden, die Schullaufbahnempfehlung wieder eingeführt werden. Bei der Inklusion soll es eine einjährige Pause geben, Förderschulen für Lernen sollen erhalten bleiben.

Für junge Familien soll beim Erwerb einer Immobilie ein ermäßigter Satz bei der Grunderwerbsteuer gelten. Außerdem ist ein Baukindergeld in Höhe von 5000 Euro für das erste, zweite und dritte Kind vorgesehen. Priorität beim Thema Verkehr habe der Ausbau von Autobahnen. Die Mittel für die Sanierung der Landesstraßen sollen auf 100 Millionen Euro aufgestockt werden. Den Grünen als möglichen Koalitionspartner erteilt Althusmann schon früh eine Absage, entschärft diese Ausage allerdings nach der Bundestagswahl gleich wieder...

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Angela Merkel und Bernd Althusmann
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